Alpine Gefahren (z. B. Steinschlag) sind latent vorhanden, können jedoch durch Taktik, gute Planung und Aufmerksamkeit minimiert werden.
Steinschlag
Vorsicht bei möglichem Steinschlag
Zonen, in denen frische Steinschlagsspuren (z. B. im Schnee) sichtbar sind.
Kombiniertes Gelände (mit Schnee oder Eis durchsetzter Fels), das Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
Starker Wind kann Steine lösen.
Couloirs, die als Trichter wirken und Steine aus grösserem Einzugsgebiet sammeln.
Steinschlag tritt häufig bei der Schneeschmelze im Frühsommer und grosser Ausaperung auf (Wassergeräusche beachten).
Im Sommer Vorsicht in steilen, nordseitigen Hängen über 3000 m ü. M.
Andere Seilschaften und Tiere oberhalb in der Wand / am Grat
Taktik bei möglichem Steinschlag
Helm schützt nicht vor grossen Steinen, aber vor den viel häufigeren kleinen.
Gefährdete Sektoren meiden, Verzicht oder andere Routenwahl.
Aufenthaltsdauer im gefährdeten Bereich minimieren.
Einen Fluchtweg im Kopf haben.
Gruppen gehen in steilen Geröllflanken aufgeschlossen.
Permafrost / Felsausbrüche
Die Klimaveränderung führt in den Bergen zunehmend zu Risiken. Gletscherrückgang vermehrter Steinschlag und Felsausbrüche durch den auftauenden Permafrost stellen die Gefahren dar. Permafrost ist durchgängig gefrorener Boden (Gestein, Erde, Sedimente) unter der Oberfläche, sein Auftauen das Resultat langjähriger Veränderungen
Vorsicht in Permafrostzonen
Wenn die Nullgradgrenze mehrere Tage oder Wochen um 4000 m oder darüber liegt.
Wenn vor Ort frische Steinschlagszonen oder Felsausbrüche erkennbar sind («stumme Zeugen»).
Wenn alte Normalhaken oder verklemmte Sicherungen reihenweise leicht entfernt werden können.
Tipp
Hinweiskarte der potenziellen Permafrostverbreitung (Bundesamt für Umwelt BAFU)
Auf map.geo.admin.ch (swisstopo) kann eine "Permafrosthinweiskarte" eingeblendet werden. Dort ist erkennbar, wo Permafrost von punktuell möglich bis flächig wahrscheinlich ist.
(Datenstand 31.10.2005)