Das Klettern in Routen, die nicht oder nur spärlich mit Bohrhaken ausgerüstet sind, braucht mehr Erfahrung, Material und Zeit als das Klettern in gut abgesicherten Routen. Vor dem Losklettern und dem Setzen von Placements sind die folgenden Fragen zu klären:
Wie wird das Material am Gurt organisiert?
Es gibt viele gute Systeme. Wichtiger ist, dass man beim einmal gewählten System bleibt. So weiss man beim Klettern immer, wo welches Material greifbar ist. Dies spart enorm viel Zeit und Kraft. Nach jeder Seillänge wird das Material wieder gleich geordnet.
Wie wird das Material in einer Seillänge eingeteilt?
Nicht schon am Anfang alles legen. Es braucht für den Standplatzbau meist einiges an Material.
Für lange Seillängen werden Cams im Doppel benötigt
Wo und wann legen?
Abhängig vom persönlichen Können und der Risikobereitschaft
Gut ist es, regelmässig zu legen (lange Stürze vermeiden!).
Dort legen, wo man kann und gut steht.
Vor schwerer, unsicherer Stelle oder ungewissem Weiterweg.
Grundsätze beim Legen
Fels fest / massiv?
Stimmt die Belastungsrichtung?
Könnte die Sicherung beim Weiterklettern herausfallen?
Kann der Nachsteiger die Sicherung einfach entfernen?
Was braucht es für den Standplatzbau?
Eine lange Schlinge, um die Sicherungspunkte zu verbinden
Ort mit mind. einem guten Fixpunkt (z. B. Zackenschlinge) oder 2 –3 Placements (z. B. zwei Klemmgeräte oder zwei Keile und ein Klemmgerät)
Sprengwirkung beachten
Beim Sturz in ein Klemmgerät oder einen Keil wird der Felsen mit einer Sprengwirkungskraft (F) vom Zwei- bis Vierfachen der Zugkraft (Z) belastet.