Im Lawinenbulletin und auf der SLF-Schneeprofilkarte finden sich oft Hinweise zum Schneedeckenaufbau. Unterwegs können verschiedene Methoden für die Beurteilung der Schneedecke hilfreich sein. Dies v.a. bei Altschneeproblemen, falls Alarmzeichen ausbleiben.
Einfache Beobachtungen
Einsinktiefen (mit und ohne Ski): Möglichkeit, die Verfestigung der oberen Schichten abzuschätzen und schwache Basisschichten bei wenig Schnee zu erkennen. Dünne Schichten können nicht erkannt werden.
Stocktest: Möglichkeit, um verschiedene Schichthärten und deren Verbreitung zu erkennen.
Böschungstest: Versuchen, Schneebrettlawinen in kleinen, harmlosen Hängen auszulösen (v.a. bei Neu- und Triebschneesituationen).
Einfache Faustregeln:
Mehr Schnee ist besser als wenig Schnee.
Mächtige und ähnliche Schichten sind günstiger als unterschiedliche Schichten.
Die Schneeoberfläche von heute ist die mögliche Schwachschicht von morgen.
Der Schneedeckenaufbau ist besonders ungünstig bei:
Weichen Schichten mit grossen Körnern, überlagert von härteren, gut verfestigten Schichten, im oberen Meter der Schneedecke.
Schneedeckenuntersuchungen:
Gute Standorte sind kleine, sanft auslaufende Hänge, wo die Schneedecke unberührt und unterdurchschnittlich mächtig ist.
Beurteilung des Schneedeckenaufbaus anhand der Schichtung.
Schneedeckentests, z.B. ECT (extended column test): Möglichkeit Schwachschichten zu erkennen und abzuschätzen, ob sich ein Bruch initiieren lässt und dieser sich ausbreitet.