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BEURTEILUNG DES SCHNEEDECKENAUFBAUS

Im Lawinenbulletin und auf der SLF-Schneeprofilkarte finden sich oft Hinweise zum Schneedeckenaufbau. Unterwegs können verschiedene Methoden für die Beurteilung der Schneedecke hilfreich sein. Dies v.a. bei Altschneeproblemen, falls Alarmzeichen ausbleiben.

Einfache Beobachtungen

  • Einsinktiefen (mit und ohne Ski): Möglichkeit, die Verfestigung der oberen Schichten abzuschätzen und schwache Basisschichten bei wenig Schnee zu erkennen. Dünne Schichten können nicht erkannt werden.
  • Stocktest: Möglichkeit, um verschiedene Schichthärten und deren Verbreitung zu erkennen.
  • Böschungstest: Versuchen, Schneebrettlawinen in kleinen, harmlosen Hängen auszulösen (v.a. bei Neu- und Triebschneesituationen).

Einfache Faustregeln:

  • Mehr Schnee ist besser als wenig Schnee.
  • Mächtige und ähnliche Schichten sind günstiger als unterschiedliche Schichten.
  • Die Schneeoberfläche von heute ist die mögliche Schwachschicht von morgen.

Der Schneedeckenaufbau ist besonders ungünstig bei:

Weichen Schichten mit grossen Körnern, überlagert von härteren, gut verfestigten Schichten, im oberen Meter der Schneedecke.

Schneedeckenuntersuchungen:

Gute Standorte sind kleine, sanft auslaufende Hänge, wo die Schneedecke unberührt und unterdurchschnittlich mächtig ist.

  • Beurteilung des Schneedeckenaufbaus anhand der Schichtung.
  • Schneedeckentests, z.B. ECT (extended column test): Möglichkeit Schwachschichten zu erkennen und abzuschätzen, ob sich ein Bruch initiieren lässt und dieser sich ausbreitet.

Beachte bei Schneedeckentests:

  • Verknüpfe deine Testresultate mit dem Schneedeckenaufbau und allen weiteren Beobachtungen.
  • Orientiere dich an den ungünstigen Resultaten. Widersprüche sind ein Zeichen für Unklarheit.
  • Saubere, durchgehende Brüche nach geringer Belastung sind eher kritisch.