Damit Schneebrettlawinen entstehen können, muss der Hang mindestens 30° steil sein.
Je steiler desto gefährlicher
Der massgebliche Hangbereich zur Beurteilung der Hangneigung ist ca. 20 m x 20 m.
Steilhänge oberhalb und auch unterhalb der Route beachten, vor allem ab erheblich.
Zur Bestimmung der Hangneigung eignen sich Hangneigungskarten mit eingefärbten Hangneigungsklassen.
Schätzhilfen zur Steilheit:
Spitzkehren nötig: > ca. 30°
Schutthalden unterhalb von Felswänden: um 35°
Steilgelände felsdurchsetzt, Moränen: > ca. 40°
Messmethoden im Gelände:
Mit Smartphone
Skistock oder Ski in der Falllinie auf den Hang legen. Dann Hangneigunsmesser im Smartphone aktivieren, z.B. in der WhiteRisk-App.
Mit Skistöcken
mit Hilfe gleichlanger Stöcke oder mit Hangneigungsmessern.
Trifft der lotrecht hängende Stock unterhalb der Markierung auf die Schneeoberfläche, ist der Hang steiler als 30°, sonst flacher. 10 cm Abstand von der Markierung entsprechen ca. 3°.
Hangneigungsklassen:
Mässig steil: flacher als 30°
Steil: steiler oder gleich 30°
Sehr steil: steiler als 35°
Extrem steil: steiler als 40°
Hanglage und Geländeform
Schattenhänge (kalt) weisen oft einen schwächeren Schneedeckenaufbau auf als Sonnenhänge.
Sonnenhänge können v.a. kurzfristig bei starker Erwärmung kritisch werden.
Coupiertes Gelände ermöglicht eher eine günstigere Routenwahl.
Lichter Wald schützt nicht vor Lawinen.
Rücken sind meist günstiger als Mulden.
Kammnahe Hänge sind oft nach Neuschnee und Wind problematisch.
Bei einem Wechsel der Geländeform oder der Exposition ändert sich oft auch der Schneedeckenaufbau – und zwar innerhalb weniger Meter!
Typisches Lawinengelände
Zwischen 35° und 45° steil
Relativ gleichförmig
Leicht muldenförmig
Hier ein Foto einer Schneebrettlawine mit passender Hangneigungskarte.
Spezielle Lawinengeländekarten (z.B. CAT-Layer) zeigen unterschiedliche Bereiche und Bedeutung des Lawinengeländes.